Türkisblaues Meer, weiße Strände, ganzjährig zwischen 25 und 30 Grad: Die Karibik ist für viele der Inbegriff des perfekten Lebens. Aber zwischen dem Traum vom Inselleben und der Realität liegt eine Entscheidung, die man nicht dem Bauchgefühl überlassen sollte. Denn die Karibik ist kein Ort, sondern über 7.000 Inseln in mehr als 25 Jurisdiktionen, und die Unterschiede könnten größer kaum sein.
Auf der einen Insel zahlst du null Prozent Einkommensteuer, auf der Nachbarinsel gilt französisches Steuerrecht. Auf einer Insel bekommst du in wenigen Monaten einen zweiten Pass per Investition, auf der anderen wartest du Jahre auf eine simple Aufenthaltsgenehmigung. Manche Inseln sind teurer als die Schweiz, andere günstiger als Portugal. Wer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Karibik auswandern will, sollte deshalb vor dem Umzug drei Fragen sauber beantworten: Welchen Aufenthaltsstatus bekomme ich? Welche Steuern zahle ich? Und was kostet mich das Leben vor Ort?
Genau diese drei Fragen beantworten wir hier für 19 Inseln und Küstenstaaten der Karibik, mit allen relevanten Änderungen der letzten Jahre. Und davon gab es einige: Die fünf Citizenship-by-Investment-Programme der Ostkaribik haben ihre Mindestbeträge 2024 auf ein gemeinsames Minimum von 200.000 US-Dollar angehoben. Die Bahamas haben die Schwelle für die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung per Immobilienkauf auf eine Million Dollar verdoppelt. Und die Cayman Islands haben ihr beliebtes Nomadenvisum komplett eingestellt. Wer mit Zahlen von 2022 plant, plant falsch.
Ein Wort zur Einordnung: Wir betrachten die Karibik hier aus der Perspektive von Auswanderern, Unternehmern, Remote Workern und Ruheständlern aus dem deutschsprachigen Raum. Steuerliche Aussagen beziehen sich auf das Zielland. Was bei einem Wegzug aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz im Heimatland passiert (Stichwort Wegzugsbesteuerung, erweiterte beschränkte Steuerpflicht, Abmeldung), ist ein eigenes Thema, das du vor dem Umzug zwingend mit Profis klären solltest.
Wie du die richtige Insel für dich findest
Bevor wir in die Liste einsteigen, ein kurzer Kompass. Die 19 Ziele in diesem Artikel lassen sich grob in vier Kategorien einteilen:
Die Nullsteuer-Klassiker: Bahamas, Cayman Islands, Turks- und Caicosinseln, Britische Jungferninseln, Antigua und Barbuda sowie St. Barts erheben keine persönliche Einkommensteuer. Der Preis dafür sind meist hohe Lebenshaltungskosten und teils hohe Investitionshürden für einen dauerhaften Aufenthalt.
Die Territorialbesteuerer: Die Dominikanische Republik, Belize und (mit Einschränkungen) Honduras besteuern nur lokales Einkommen. Auslandseinkünfte bleiben steuerfrei, die Lebenshaltungskosten sind moderat bis niedrig. Für Unternehmer und Remote Worker oft der beste Kompromiss aus Kosten und Nutzen. Das Prinzip kennst du vielleicht schon aus unserem Länder-Guide zu Panama, dem bekanntesten Territorialsteuer-Land Lateinamerikas.
Die EU-Gebiete: Saint-Martin, Guadeloupe, Martinique und St. Barts gehören zu Frankreich. Für EU-Bürger heißt das: einreisen, bleiben, arbeiten, ohne Visum und ohne Antrag. Dafür gilt (außer auf St. Barts) französisches Steuerrecht. Wer die maximale Rechtssicherheit will und keine Steueroptimierung braucht, wird hier glücklich.
Die Pass-Programme: Dominica, Grenada, St. Lucia sowie Antigua und Barbuda bieten Citizenship by Investment: eine vollwertige Staatsbürgerschaft samt Reisepass gegen eine Investition ab 200.000 US-Dollar, in der Regel ohne Wohnsitzpflicht. Das ist kein Umzugsthema, sondern ein Plan-B-Thema, und als solches eine der spannendsten Optionen der Region.
Und jetzt: die 19 besten Karibikinseln zum Auswandern 2026.
1. Die Bahamas
| Steuern | 0 % Einkommensteuer, 10 % Mehrwertsteuer |
| Aufenthalt | BEATS-Nomadenvisum (1 Jahr), Jahresaufenthalt, Daueraufenthalt ab 1 Mio. USD Investment |
| Lebenshaltungskosten | Sehr hoch, teurer als die Schweiz |
Die Bahamas bestehen aus rund 700 Inseln, bewohnt sind weniger als 30. Das Zentrum ist die Hauptstadt Nassau auf New Providence, wo etwa zwei Drittel der rund 400.000 Einwohner leben. Der große Standortvorteil: Miami ist nur 30 Flugminuten entfernt, der Bahama-Dollar ist 1:1 an den US-Dollar gekoppelt, und das Rechtssystem basiert auf englischem Common Law.
Steuerlich sind die Bahamas seit Jahrzehnten eine feste Größe: keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer, keine Vermögensteuer. Der Staat finanziert sich über Zölle und eine Mehrwertsteuer, die inzwischen bei 10 Prozent liegt (ermäßigt 5 Prozent auf Grundnahrungsmittel und Medizinprodukte).
Beim Aufenthalt gibt es drei realistische Wege. Erstens das Digital-Nomaden-Programm BEATS (Bahamas Extended Access Travel Stay): ein Jahr Aufenthalt für Remote Worker und Studenten, komplett online beantragbar, 25 US-Dollar Antragsgebühr plus 1.000 US-Dollar für das Permit (500 US-Dollar je Familienmitglied), Bearbeitung meist innerhalb weniger Tage. Zweitens die klassische Jahresaufenthaltsgenehmigung mit Einkommensnachweis. Drittens die Economic Permanent Residence: Seit Januar 2025 liegt die Mindestinvestition dafür bei 1.000.000 Bahama-Dollar in Wohnimmobilien oder Staatsanleihen (vorher 750.000), zu halten über mindestens zehn Jahre.
Der Haken ist der Preis des Paradieses: Die Bahamas gehören zu den teuersten Ländern der westlichen Hemisphäre. Fast alles wird importiert und verzollt. Wer hierher zieht, sollte ein solides sechsstelliges Jahreseinkommen mitbringen. Amtssprache ist Englisch.
2. Dominikanische Republik
| Steuern | Territorialprinzip: 0 % auf Auslandseinkünfte |
| Aufenthalt | Residencia Temporal, dann Residencia Permanente; Einbürgerung nach rund 2 Jahren möglich |
| Lebenshaltungskosten | Niedrig |
Die Dominikanische Republik teilt sich die Insel Hispaniola mit Haiti und ist das mit Abstand größte und wirtschaftlich dynamischste Auswanderungsziel der Karibik. Strände, Berge, Regenwald, eine stabile Regierung, eine wachsende Mittelschicht und internationale Flughäfen mit Direktverbindungen nach Europa: New York erreichst du in dreieinhalb Stunden, Frankfurt und Zürich nonstop in rund neun.
Steuerlich arbeitet das Land mit einem territorialen System: Besteuert wird nur, was im Inland erwirtschaftet wird. Auslandseinkünfte von Privatpersonen bleiben grundsätzlich steuerfrei (bei ausländischen Kapitalerträgen greift die Steuerpflicht erst nach dem dritten Jahr der steuerlichen Ansässigkeit). Für Unternehmer, Freiberufler und Remote Worker mit Kunden in Europa oder den USA ist das eine der attraktivsten Konstellationen der Region, vergleichbar mit dem Modell, das wir aus Paraguay kennen.
Auch beim Aufenthaltsrecht ist die Dominikanische Republik erstaunlich liberal. Über ein Visum de Residencia beantragst du zunächst die temporäre, später die permanente Aufenthaltsgenehmigung. Für Rentner (ab 1.500 US-Dollar monatlichem Ruhegehalt) und Personen mit stabilem Auslandseinkommen (ab 2.000 US-Dollar monatlich) gibt es beschleunigte Programme, die direkt in die permanente Residenz führen. Und dann das Bonbon: Die Einbürgerung ist bereits nach rund zwei Jahren dauerhaften Aufenthalts möglich, ohne dass du deine bisherige Staatsbürgerschaft aufgeben musst. Kaum ein Land der Welt vergibt seinen Pass so schnell auf regulärem Weg.
Die Lebenshaltungskosten liegen deutlich unter dem Niveau von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Amtssprache ist Spanisch, in den Expat-Zentren Punta Cana, Las Terrenas und Santo Domingo kommst du auch mit Englisch weit.
3. Cayman Islands
| Steuern | 0 % auf alles: keine Einkommen-, Körperschaft-, Kapitalertrag- oder Vermögensteuer |
| Aufenthalt | Arbeitsvisum, Cayman Enterprise City (SEZ), Residenz per Investment; Nomadenvisum GCCP eingestellt |
| Lebenshaltungskosten | Extrem hoch, unter den teuersten Orten der Welt |
Grand Cayman ist so etwas wie die Schweiz der Karibik: einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt, erstklassige Infrastruktur, das schnellste Internet der Region, ein breites Angebot an Restaurants, Immobilien und internationalen Schulen. Als britisches Überseegebiet bieten die Cayman Islands politische Stabilität und Rechtssicherheit auf höchstem Niveau.
Steuerlich sind die Caymans die reine Lehre: Es gibt schlicht keine direkten Steuern. Keine Einkommensteuer, keine Körperschaftsteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Grundsteuer auf laufender Basis, keine Vermögensteuer. Der Staat finanziert sich über Importzölle, Gebühren und Lizenzabgaben.
Wichtig für deine Planung: Das während der Pandemie populäre Nomadenvisum, das Global Citizen Concierge Programme, wurde Ende 2023 eingestellt und nicht neu aufgelegt. Wer heute auf die Caymans will, braucht entweder einen lokalen Arbeitgeber mit Work Permit, eine Residenzgenehmigung über ein substanzielles Immobilieninvestment (für die dauerhafte Variante auf Grand Cayman sprechen wir von rund 2 Millionen Cayman-Dollar) oder den Unternehmerweg: Über die Sonderwirtschaftszone Cayman Enterprise City kannst du eine Zone-Company gründen und erhältst ein fünfjähriges, verlängerbares Arbeits- und Aufenthaltsvisum, aus dem nach acht Jahren die Daueraufenthaltsgenehmigung werden kann. Gerade für Tech-Unternehmer und Fondsmanager ist das ein etablierter Pfad.
Der Preis: Die Cayman Islands rangieren regelmäßig unter den zehn teuersten Orten der Welt. Eine Zweizimmerwohnung in Seven Mile Beach kostet Miete auf Zürcher Niveau und darüber. Amtssprache ist Englisch.
4. Aruba
| Steuern | Reguläre Einkommensteuer (progressiv), kein Steuersparmodell |
| Aufenthalt | One Happy Workation (bis 90 Tage), reguläre Aufenthaltstitel; Vorteile für niederländische Staatsbürger |
| Lebenshaltungskosten | Hoch |
Aruba liegt vor der Küste Venezuelas und außerhalb des Hurrikangürtels, ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte: Während weiter nördlich jedes Jahr von Juni bis November die Wettermodelle studiert werden, bleibt es hier trocken, sonnig und windig. Der ständige Passat macht Aruba nebenbei zu einem der besten Windsurf-Reviere der Welt.
Die Insel gehört zu den modernsten und am weitesten entwickelten der Karibik: verlässliche Strom- und Wasserversorgung, gute medizinische Infrastruktur, eine wachsende Tech- und Start-up-Szene und eine Küche, in der sich rund 90 Nationalitäten mischen. Die Architektur mit ihren pastellfarbenen niederländischen Giebeln gibt der Hauptstadt Oranjestad ihr unverwechselbares Gesicht.
Als autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande gilt allerdings: EU-Freizügigkeit gibt es hier nicht. Auch als EU-Bürger brauchst du für einen dauerhaften Aufenthalt eine Genehmigung; privilegiert sind vor allem niederländische Staatsangehörige. Für Remote Worker gibt es das Programm One Happy Workation, das aber eher ein verlängerter Workation-Aufenthalt von bis zu 90 Tagen auf Touristenbasis ist als ein echtes Nomadenvisum. Steuerlich ist Aruba mit progressiven Sätzen bis über 50 Prozent ausdrücklich kein Optimierungsziel, sondern ein Lifestyle-Ziel.
Amtssprachen sind Niederländisch und Papiamento, Englisch und Spanisch spricht praktisch jeder.
5. Saint-Martin / Sint Maarten
| Steuern | Nordteil: französisches Steuerrecht; Südteil: eigenes Steuersystem |
| Aufenthalt | Nordteil: EU-Freizügigkeit für EU-Bürger; Südteil: eigene Zulassungsregeln |
| Lebenshaltungskosten | Hoch, etwa auf französischem Niveau |
Saint-Martin ist ein Kuriosum: Die nur 87 Quadratkilometer große Insel ist zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilt, seit 1648, und damit die kleinste dauerhaft geteilte Landmasse mit zwei Staaten weltweit. Eine echte Grenze gibt es nicht, nur Markierungssteine und ein Willkommensschild.
Für Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum ist die Unterscheidung trotzdem entscheidend. Der französische Nordteil (Saint-Martin) ist eine französische Gebietskörperschaft in der EU: Als EU-Bürger kannst du hier ohne Visum einreisen, dauerhaft leben und arbeiten, bezahlt wird in Euro, es gilt im Wesentlichen französisches Recht samt Sozialversicherung. Der niederländische Südteil (Sint Maarten) ist dagegen, wie Aruba und Curaçao, ein eigenständiges Land im Königreich der Niederlande: eigene Einwanderungsregeln, eigene Währung (der Karibische Gulden), keine automatischen Rechte für EU-Bürger.
Wer die Rechtssicherheit der EU mit karibischem Klima verbinden will, wählt also die Nordseite und akzeptiert dafür französische Steuern. Die meisten Naturhighlights, vom Pic Paradis bis zu den Buchten von Grand Case, liegen ohnehin dort. Der Süden punktet mit dem internationalen Flughafen, Casinos und Nachtleben. Die Lebenshaltungskosten liegen spürbar über dem Niveau von Deutschland und Österreich, etwa vergleichbar mit dem französischen Mutterland plus Insel-Aufschlag.
6. Dominica
| Steuern | Reguläre Einkommensteuer für Ansässige; CBI-Pass ohne Wohnsitzpflicht |
| Aufenthalt | Citizenship by Investment ab 200.000 USD; Digital-Nomaden-Visum "Work in Nature" |
| Lebenshaltungskosten | Moderat, etwa auf deutschem Niveau |
Dominica (nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik) trägt den Beinamen "Naturinsel der Karibik" völlig zu Recht: Vulkane, über 365 Flüsse, heiße Quellen, der zweitgrößte kochende See der Welt und Regenwald, wo andere Inseln Ressorts gebaut haben. Wer das authentische, umweltnahe Inselleben sucht, findet in der Karibik keinen besseren Ort. Die Insel gilt zudem als eines der Länder mit auffällig vielen Hundertjährigen.
International bekannt ist Dominica vor allem für sein Citizenship-by-Investment-Programm, eines der ältesten und renommiertesten der Welt. Wichtig für deine Kalkulation: Die Zeiten der 100.000-Dollar-Pässe sind vorbei. Im Juli 2024 haben sich die fünf CBI-Staaten der Ostkaribik auf einen gemeinsamen Mindestbetrag geeinigt, seither liegt die Einstiegsschwelle bei 200.000 US-Dollar als Beitrag in den Economic Diversification Fund (alternativ 200.000 US-Dollar in genehmigte Immobilienprojekte). Dafür bekommst du in wenigen Monaten eine vollwertige Staatsbürgerschaft ohne Wohnsitz- oder Aufenthaltspflicht, mit visumfreiem Zugang zu über 140 Ländern.
Für alle, die tatsächlich vor Ort leben und remote arbeiten wollen, gibt es zusätzlich das Digital-Nomaden-Visum "Work in Nature" mit einer Laufzeit von bis zu 18 Monaten, eines der großzügigsten der Region. Die Lebenshaltungskosten bewegen sich etwa auf deutschem Niveau, Amtssprache ist Englisch.
7. Guadeloupe
| Steuern | Französisches Steuerrecht |
| Aufenthalt | EU-Freizügigkeit: leben und arbeiten ohne Visum |
| Lebenshaltungskosten | Etwa auf deutschem Niveau plus Insel-Aufschlag |
Guadeloupe ist als französisches Übersee-Département vollwertiger Teil Frankreichs und damit der Europäischen Union. Was das praktisch bedeutet, kann man gar nicht hoch genug hängen: Du packst deine Koffer, fliegst hin und bleibst. Kein Visum, kein Antrag, keine Investition, keine Vermögensnachweise. Du behältst deine EU-Krankenversicherungslogik, bezahlst in Euro, wählst sogar bei der Europawahl. Für Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum ist das der bürokratisch einfachste Weg in die Karibik überhaupt.
Die Schmetterlingsinsel (ihre beiden Hauptflügel Basse-Terre und Grande-Terre sind nur durch einen schmalen Meeresarm getrennt) bietet dafür erstaunliche Vielfalt: den aktiven Vulkan La Soufrière, Wasserfälle im Nationalpark, Traumstrände wie die Plage de la Caravelle und eine lebendige kreolische Kultur zwischen Zuckerrohr, Rum und Zouk-Musik.
Die Kehrseite der EU-Zugehörigkeit ist das französische Steuer- und Sozialsystem in voller Höhe. Wer hierher zieht, wandert steuerlich gesehen nach Frankreich aus, nicht in ein Steuerparadies. Dafür gibt es funktionierende staatliche Strukturen, Krankenhäuser auf europäischem Niveau und ein Schulsystem, das Abschlüsse produziert, die in ganz Europa anerkannt sind. Deutschsprachige Fachkräfte sind auf der Insel übrigens gesucht und verdienen oft überdurchschnittlich. Amtssprache ist Französisch, im Alltag dominiert Kreolisch.
8. Belize
| Steuern | Keine Steuern auf Auslandseinkommen für QRP-Teilnehmer und Nichtansässige |
| Aufenthalt | Qualified Retired Persons Programm, Nomadenprogramm, reguläre Residenz |
| Lebenshaltungskosten | Niedrig bis moderat |
Belize ist keine Insel, sondern ein kleines Land an der Karibikküste Mittelamerikas, und es hat ein Alleinstellungsmerkmal, das für viele den Ausschlag gibt: Es ist das einzige Land Zentralamerikas mit Englisch als Amtssprache. Britisches Rechtssystem, Verträge auf Englisch, Behördengänge auf Englisch. Dazu kommt das zweitgrößte Barriereriff der Welt direkt vor der Küste, Maya-Ruinen im Dschungel und mit Ambergris Caye eine der beliebtesten Expat-Inseln der gesamten Region.
Steuerlich interessant ist vor allem das Qualified Retired Persons Programm (QRP): Wer ein monatliches Auslandseinkommen von mindestens 2.000 US-Dollar nachweist, erhält einen dauerhaften Aufenthaltsstatus und zahlt in Belize keine Steuern auf sämtliche Auslandseinkünfte, dazu gibt es Zollbefreiungen für Hausrat, Auto und sogar Boot oder Leichtflugzeug. Trotz des Namens richtet sich das Programm nicht nur an klassische Rentner. Für Remote Worker existiert daneben ein eigenes Aufenthaltsprogramm auf Jahresbasis.
Die Lebenshaltungskosten sind in den letzten Jahren gestiegen, vor allem auf Ambergris Caye, liegen aber immer noch deutlich unter dem Niveau von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf dem Festland lebt man nochmals erheblich günstiger. Wer den Vergleich zum spanischsprachigen Nachbarn ziehen will: Unser Guide zu Mexiko zeigt, wie sich die beiden Länder für Auswanderer unterscheiden.
9. Turks- und Caicosinseln
| Steuern | 0 % Einkommensteuer, keine Kapitalertrag- oder Erbschaftsteuer |
| Aufenthalt | Temporäre Residenz, Residenz per Immobilieninvestment |
| Lebenshaltungskosten | Sehr hoch |
Die Turks- und Caicosinseln sind ein britisches Überseegebiet südöstlich der Bahamas, und sie haben mit dem Grace Bay Beach auf Providenciales einen Strand, der in globalen Rankings regelmäßig auf Platz eins landet. Entsprechend hat sich hier eine wohlhabende, gut etablierte internationale Community angesiedelt; der Immobilienmarkt gehört zu den dynamischsten der Karibik.
Steuerlich spielen die "TCI" in der Nullsteuer-Liga: keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer, keine Vermögensteuer. Der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel, was die Finanzplanung angenehm unkompliziert macht.
Beim Aufenthaltsrecht führt der Weg für die meisten über Kapital: Eine temporäre Residenzgenehmigung erhältst du als finanziell unabhängige Person relativ unkompliziert, die langfristige Residenz ist an Immobilieninvestments gekoppelt (auf Providenciales in der Größenordnung ab etwa einer Million US-Dollar, auf den ruhigeren Inseln günstiger). Wer es entspannter mag als im touristischen Providenciales, schaut sich South Caicos an, nur 20 Flugminuten entfernt und noch weitgehend unentdeckt.
Die Lebenshaltungskosten sind hoch, da nahezu alles importiert wird. Amtssprache ist Englisch.
10. Honduras (Roatán)
| Steuern | Territorialprinzip: Auslandseinkünfte grundsätzlich steuerfrei |
| Aufenthalt | Rentista- und Investorenresidenz mit niedrigen Hürden |
| Lebenshaltungskosten | Sehr niedrig, unter den günstigsten der Region |
Honduras zählt mit seiner Karibikküste und den vorgelagerten Bay Islands zur Karibik, auch wenn es auf dem mittelamerikanischen Festland liegt. Für Auswanderer relevant ist vor allem Roatán: eine 60 Kilometer lange Insel am zweitgrößten Barriereriff der Welt, mit einer der größten und aktivsten Expat-Communities der Region, internationalem Flughafen und einer Tauch-Szene von Weltrang.
Der größte Trumpf sind die Kosten: Honduras gehört zu den günstigsten Ländern der gesamten Karibik. Mit einem Budget, das in Nassau kaum für die Miete reicht, lebt man auf Roatán komfortabel mit Meerblick. Dazu kommt ein territoriales Steuersystem, das Auslandseinkünfte grundsätzlich unangetastet lässt, und Residenzprogramme für Rentner und Investoren mit vergleichsweise niedrigen Einkommenshürden.
Ein Sonderthema, über das wir im Podcast Perspektive Ausland mehrfach berichtet haben, ist Próspera auf Roatán: eine privat entwickelte Sonderwirtschaftszone mit eigener Regulierung, die als Modellprojekt für Freie Privatstädte international Aufsehen erregt hat. Fairerweise muss man sagen: Der rechtliche Status ist umstritten, seit Honduras das zugrunde liegende ZEDE-Gesetz 2022 aufgehoben hat; um den Bestandsschutz läuft ein internationales Schiedsverfahren. Als Beobachtungsobjekt bleibt Próspera hochspannend, als alleinige Grundlage einer Auswanderungsentscheidung taugt es derzeit nicht.
Amtssprache ist Spanisch, auf den Bay Islands ist Englisch weit verbreitet.
11. Barbados
| Steuern | Reguläre Einkommensteuer; Welcome-Stamp-Halter zahlen keine lokale Einkommensteuer |
| Aufenthalt | Welcome Stamp (12 Monate, verlängerbar), Special Entry Permit für Ruheständler |
| Lebenshaltungskosten | Hoch, deutlich über deutschem Niveau |
Barbados hat 2020 als eines der ersten Länder der Welt ein echtes Digital-Nomaden-Visum eingeführt und damit den Standard gesetzt, an dem sich alle anderen messen lassen. Der Barbados Welcome Stamp erlaubt zwölf Monate Leben und Remote-Arbeiten auf der Insel, ist beliebig verlängerbar (mit 25 Prozent Rabatt auf die Folgegebühr) und wurde von der Regierung bis mindestens Ende 2026 verlängert. Die Eckdaten: 50.000 US-Dollar nachgewiesenes Jahreseinkommen, 2.000 US-Dollar Gebühr für Einzelpersonen, 3.000 US-Dollar für Familien, Bearbeitung meist innerhalb einer Woche. Das Beste daran: Auf dein Auslandseinkommen zahlst du während der Welcome-Stamp-Zeit keine barbadische Einkommensteuer.
Auch abseits des Visums überzeugt die Insel. Als ehemalige britische Kolonie und heutige Republik im Commonwealth ist Barbados eines der sichersten und am besten organisierten Länder der Karibik: stabile Institutionen, gute Schulen, schnelles Internet, eine niedrige Kriminalitätsrate und eine große britisch geprägte Community. Der Tourismus als wichtigster Wirtschaftszweig schafft zudem reale Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmer.
Der Preis für so viel Ordnung im Paradies: Die Lebenshaltungskosten liegen deutlich über dem Niveau von Deutschland und Österreich, auch Immobilien sind teuer. Für Ruheständler mit Vermögen gibt es alternativ das Special Entry Permit, das häufig an Wohneigentum ab etwa 300.000 US-Dollar geknüpft ist. Amtssprache ist Englisch.
12. Britische Jungferninseln (British Virgin Islands)
| Steuern | 0 % Einkommensteuer (nur Lohnsummenabgabe auf lokale Beschäftigung) |
| Aufenthalt | Arbeitsgenehmigung oder Residenz für finanziell Unabhängige, Prozesse eher langsam |
| Lebenshaltungskosten | Sehr hoch |
Wer segelt, kennt die Britischen Jungferninseln: Über 60 Inseln und Cays auf engstem Raum, konstanter Passatwind, geschützte Ankerbuchten in Sichtweite zueinander. Die BVI sind schlicht das beste Segelrevier der Karibik, und für nicht wenige Auswanderer ist genau das der Plan: ein Boot kaufen, darauf leben, zwischen Tortola, Virgin Gorda und Jost Van Dyke pendeln.
Als britisches Überseegebiet und einer der wichtigsten Offshore-Finanzplätze der Welt (mehr als 350.000 registrierte Gesellschaften bei rund 31.000 Einwohnern) bieten die BVI null Prozent Einkommensteuer; lediglich auf lokale Beschäftigungsverhältnisse wird eine Lohnsummenabgabe erhoben. Die Inseln gelten außerdem als eine der sichersten Ecken der gesamten Karibik, mit einer ruhigen, fast dörflichen Atmosphäre, die auch Ruheständler anzieht.
Realistisch betrachtet ist der dauerhafte Zuzug allerdings zäh: Arbeitsgenehmigungen sind an lokale Arbeitgeber gebunden, Residenzverfahren für finanziell Unabhängige existieren, sind aber langsam und kontingentiert. Die BVI sind deshalb eher ein Ziel für Vermögende mit Geduld (oder eben mit Boot) als für spontane Auswanderer. Berühmtestes Beispiel: Richard Branson, der sich seine Privatinsel Necker Island bereits 1979 für 180.000 US-Dollar sicherte. Heute undenkbar, die Lebenshaltungskosten und Immobilienpreise gehören zu den höchsten der Region. Amtssprache ist Englisch.
13. Antigua und Barbuda
| Steuern | 0 % persönliche Einkommensteuer |
| Aufenthalt | Citizenship by Investment ab 230.000 USD; Nomad Digital Residence (2 Jahre) |
| Lebenshaltungskosten | Hoch |
Antigua wirbt mit 365 Stränden, einem für jeden Tag des Jahres, und wer einmal um die Insel gesegelt ist, glaubt die Zahl sofort. Dazu kommen erstklassiger Rum, die historische Nelson's Dockyard (UNESCO-Welterbe) und mit der Antigua Sailing Week eines der wichtigsten Segelereignisse der Welt.
Steuerlich hat Antigua ein starkes Argument, das viele übersehen: Das Land hat die persönliche Einkommensteuer bereits 2016 abgeschafft. Wer hier ansässig wird, zahlt auf sein Einkommen null Prozent, ohne Sonderprogramm und ohne Befristung.
Beim Aufenthalt gibt es zwei attraktive Wege. Erstens das Citizenship-by-Investment-Programm: Seit der regionalen Preisharmonisierung liegt der Einstieg bei 230.000 US-Dollar als Beitrag in den National Development Fund, und zwar für eine Familie mit bis zu vier Personen, was Antigua zur rechnerisch günstigsten CBI-Option für Familien macht (Alternativen: 260.000 US-Dollar für den University-of-the-West-Indies-Fonds ab sechs Personen oder 300.000 US-Dollar in Immobilien; Besonderheit ist eine Mindestaufenthaltspflicht von fünf Tagen innerhalb der ersten fünf Jahre). Zweitens die Nomad Digital Residence für Remote Worker: zwei Jahre Aufenthalt bei nachgewiesenem Jahreseinkommen ab 50.000 US-Dollar.
Die Lebenshaltungskosten liegen über dem Niveau von Deutschland und Österreich. Amtssprache ist Englisch.
14. Saint Lucia
| Steuern | Reguläre Einkommensteuer; keine Steuer auf ausländische Kapitalerträge für Nicht-Domizilierte |
| Aufenthalt | Citizenship by Investment ab 240.000 USD, auch Staatsanleihen-Option |
| Lebenshaltungskosten | Moderat, etwas unter deutschem Niveau |
Die beiden Pitons, zwei steil aus dem Meer ragende Vulkankegel im UNESCO-Welterbe, machen Saint Lucia zur vielleicht fotogensten Insel der gesamten Karibik. Dahinter: Regenwald, Kakaoplantagen, Schwefelquellen und eine lebendige kreolische Kultur mit französischen und britischen Wurzeln.
Saint Lucia betreibt das jüngste der fünf ostkaribischen Citizenship-by-Investment-Programme (seit 2016) und hat sich schnell einen Ruf für saubere Prozesse erarbeitet. Nach der Preisharmonisierung liegt der Einstieg über den National Economic Fund bei 240.000 US-Dollar. Die Besonderheit des Programms ist die Staatsanleihen-Option: 300.000 US-Dollar in zinslose Government Bonds, die nach fünf Jahren Haltefrist zurückgezahlt werden. Wer sein Kapital nicht spenden, sondern nur parken will, findet hier die einzige rückzahlbare CBI-Route der Karibik. Der Pass öffnet visumfrei die Türen zu rund 145 Ländern inklusive Schengen-Raum und Vereinigtem Königreich.
Für alle, die tatsächlich auf der Insel leben wollen, sind die Lebenshaltungskosten angenehm moderat und liegen etwas unter dem Niveau von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Amtssprache ist Englisch, im Alltag hörst du überall das französisch geprägte Kwéyòl.
15. Curaçao
| Steuern | Reguläre Einkommensteuer, Sonderregime für Rentner und Investoren möglich |
| Aufenthalt | @HOME in Curaçao (6 Monate, verlängerbar), Investorenresidenz |
| Lebenshaltungskosten | Moderat bis hoch |
Willemstad mit seiner pastellfarbenen Handelskade gehört zum UNESCO-Welterbe und ist das urbanste Stück Karibik südlich von San Juan: Restaurants, Galerien, eine wachsende Kunstszene, internationale Schulen und eine der größten Expat-Gemeinschaften der Region. Gleichzeitig liegt Curaçao wie Aruba außerhalb des Hurrikangürtels, was Versicherungen, Immobilien und Nerven schont. Direktflüge aus Amsterdam machen die Insel aus Europa gut erreichbar.
Für Remote Worker hat Curaçao mit @HOME in Curaçao ein eigenes Programm: sechs Monate Aufenthalt, unkompliziert verlängerbar, mit schlankem Online-Antrag. Wer länger bleiben will, geht den Weg über die reguläre Aufenthaltsgenehmigung, für Investoren und Rentner gibt es erleichterte Verfahren und steuerliche Sonderregime (etwa den Penshonado-Status für Ruheständler mit stark reduzierter Besteuerung ausländischer Renteneinkünfte). Wie bei Aruba gilt: Curaçao ist ein eigenständiges Land im Königreich der Niederlande, EU-Freizügigkeit greift nicht.
Die Lebenshaltungskosten sind, wie fast überall in der Region, höher als auf dem Festland Lateinamerikas, aber niedriger als auf den Nullsteuer-Inseln. Amtssprachen sind Niederländisch, Englisch und Papiamento, viele sprechen zusätzlich Spanisch.
16. Grenada
| Steuern | Keine Steuer auf Auslandseinkünfte nichtansässiger Bürger; territorial geprägtes System |
| Aufenthalt | Citizenship by Investment ab 235.000 USD, ohne Wohnsitzpflicht |
| Lebenshaltungskosten | Moderat, etwa auf deutschem Niveau |
Grenada, die "Gewürzinsel", produziert einen erheblichen Teil der weltweiten Muskatnuss-Ernte, und man riecht das buchstäblich, wenn man über die Märkte von St. George's läuft, einer der schönsten Hafenstädte der Karibik.
Für strategisch denkende Auswanderer ist Grenada aber vor allem wegen zweier Besonderheiten interessant. Erstens das Citizenship-by-Investment-Programm: Seit der Preisharmonisierung liegt der Einstieg bei 235.000 US-Dollar in den National Transformation Fund (für Familien bis vier Personen), ganz ohne Wohnsitz- oder Aufenthaltspflicht, die Staatsbürgerschaft gibt es nach Abschluss des Verfahrens direkt. Zweitens, und das hat kein anderes CBI-Land der Karibik: Grenada unterhält einen E-2-Investorenvertrag mit den USA. Mit grenadischem Pass kannst du über ein E-2-Visum ein Unternehmen in den USA aufbauen und dort mit deiner Familie leben, eine Tür, die Bürgern aus Deutschland und Österreich zwar direkt offensteht, für viele andere Nationalitäten aber Gold wert ist und den grenadischen Pass zum gefragtesten Zweitpass der Region für internationale Familien macht.
Dazu kommt eine für die Region überdurchschnittlich gute medizinische Versorgung, nicht zuletzt dank der St. George's University, einer der größten medizinischen Privatuniversitäten der Hemisphäre. Die Lebenshaltungskosten liegen etwa auf deutschem Niveau. Amtssprache ist Englisch.
17. Puerto Rico
| Steuern | US-Territorium mit Sonderregime Act 60 (4 % Unternehmensteuer, 0 % auf Kapitalgewinne für Ansässige) |
| Aufenthalt | US-Einwanderungsrecht: ohne US-Status kein dauerhafter Aufenthalt |
| Lebenshaltungskosten | Moderat für US-Verhältnisse, hoch im Karibik-Vergleich |
Puerto Rico ist ein Außengebiet der USA und spielt aufenthaltsrechtlich in einer eigenen Liga: Es gilt US-Einwanderungsrecht. Ohne Greencard, US-Pass oder US-Arbeitsvisum bleibt dir nur der visumfreie Aufenthalt im Rahmen von ESTA (90 Tage). Für die meisten Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum ist Puerto Rico deshalb keine direkte Option, sondern eine, die erst mit einem US-Status interessant wird.
Dann allerdings richtig: Über das Steuerregime Act 60 bietet Puerto Rico ansässigen Unternehmern und Investoren Konditionen, die es auf dem US-Festland nirgends gibt, darunter 4 Prozent Unternehmensteuer auf Exportdienstleistungen und 0 Prozent auf bestimmte Kapitalgewinne für Bona-fide-Residents. Genau deshalb sind in den letzten Jahren tausende amerikanische Unternehmer, Trader und Krypto-Investoren nach San Juan gezogen.
Und auch jenseits der Steuertabelle hat die Insel viel zu bieten: den einzigen tropischen Regenwald im US-Forstsystem (El Yunque), die koloniale Altstadt von Old San Juan, US-Infrastruktur, US-Banken und Direktflüge in alle großen Städte der Ostküste. Amtssprachen sind Spanisch und Englisch.
18. Kuba
| Steuern | Für Ausländer praktisch irrelevant, da kaum dauerhafte Zuwanderung möglich |
| Aufenthalt | Touristenvisum bis 90 Tage (verlängerbar); dauerhafte Residenz nur in Sonderfällen |
| Lebenshaltungskosten | Sehr niedrig (bei eingeschränkter Versorgungslage) |
Kuba ist die größte Insel der Karibik und kulturell ein Kontinent für sich: Havanna mit seiner morbiden Kolonialpracht, die Oldtimer, die Musik, der Rum, die Zigarren, und Menschen, die zu den offensten und herzlichsten gehören, die du auf Reisen treffen wirst. Die Kriminalitätsrate ist im Regionsvergleich bemerkenswert niedrig.
Als Auswanderungsziel im engeren Sinne muss man Kuba trotzdem ehrlich einordnen: Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (Residencia Permanente) ist für Ausländer kaum zu bekommen und in der Praxis auf Ehepartner von Kubanern, Studien- und Arbeitsaufenthalte sowie Familienzusammenführung beschränkt. Realistisch ist ein Leben in Etappen: Das Touristenvisum erlaubt bis zu 90 Tage und lässt sich vor Ort verlängern, viele Langzeit-Fans der Insel pendeln in diesem Rhythmus.
Auch als Remote-Work-Basis ist Kuba ein Sonderfall: Das Internet ist langsamer und instabiler als überall sonst in dieser Liste, die Versorgungslage schwankt, Zahlungsverkehr und Bargeldbeschaffung erfordern Planung. Wer damit umgehen kann, wird mit einem Alltag belohnt, den es so authentisch nirgendwo sonst in der Karibik gibt, zu Lebenshaltungskosten, die zu den niedrigsten der Region gehören. Amtssprache ist Spanisch.
19. Saint-Barthélemy (St. Barts)
| Steuern | Keine Einkommensteuer nach 5 Jahren steuerlicher Ansässigkeit |
| Aufenthalt | EU-Freizügigkeit: leben und arbeiten ohne Visum |
| Lebenshaltungskosten | Extrem hoch, die teuerste Insel der Karibik |
Zum Abschluss die Luxus-Adresse der Karibik: St. Barts (offiziell Saint-Barthélemy) ist eine französische Überseegebietskörperschaft und das Winterquartier der internationalen Superyacht-Szene. Rund um die Hauptstadt Gustavia reihen sich Designerläden, Sternerestaurants und Villen, deren Wochenmieten anderswo als Jahresgehalt durchgehen würden.
Das eigentlich Interessante an St. Barts ist die Kombination aus zwei Dingen, die sonst nie zusammenkommen. Erstens: Als EU-Bürger kannst du hier ohne Visum dauerhaft leben und arbeiten, einfach so. Zweitens: Die Insel hat innerhalb Frankreichs einen steuerlichen Sonderstatus. Wer seit mehr als fünf Jahren steuerlich auf St. Barts ansässig ist, zahlt keine Einkommensteuer, dazu gibt es weder Vermögen- noch Erbschaftsteuer auf der Insel. EU-Rechtssicherheit plus Nullsteuer-Perspektive: Diese Kombination bietet in der Karibik nur St. Barts.
Der Eintrittspreis ist entsprechend: Die Lebenshaltungskosten und vor allem die Immobilienpreise sind die höchsten der gesamten Karibik, Wohnraum ist extrem knapp, und die Insel ist mit acht Flugminuten ab Saint-Martin zwar gut erreichbar, aber winzig. Wer über ein hohes Einkommen oder Vermögen verfügt und europäische Standards nicht missen will, findet hier trotzdem eine der elegantesten Lösungen der Region. Amtssprache ist Französisch.
Welche Insel passt zu welchem Profil?
Nach 19 Inseln die Kurzfassung für deine Entscheidung:
Für Unternehmer und Remote Worker mit Fokus auf Steuern: Dominikanische Republik und Belize bieten das beste Verhältnis aus Territorialbesteuerung, niedrigen Kosten und machbarem Aufenthaltsrecht. Wer größer denkt und Substanz mitbringt, schaut auf die Cayman Islands (über Cayman Enterprise City) oder die Bahamas.
Für digitale Nomaden auf Zeit: Barbados (Welcome Stamp), Bahamas (BEATS), Antigua (Nomad Digital Residence), Dominica (Work in Nature) und Curaçao (@HOME) haben ausgereifte Programme. Der Welcome Stamp von Barbados bleibt der Goldstandard.
Für den Plan B mit Zweitpass: Die vier CBI-Programme von Dominica (200.000 USD), Antigua und Barbuda (230.000 USD), Grenada (235.000 USD) und St. Lucia (240.000 USD) liefern eine vollwertige Staatsbürgerschaft ohne Umzugszwang. Grenada sticht mit dem E-2-Zugang zu den USA heraus, St. Lucia mit der rückzahlbaren Anleihen-Option.
Für maximale Einfachheit als EU-Bürger: Guadeloupe, Martinique und Saint-Martin (Nordseite) sind Frankreich mit Palmen: hinfliegen und bleiben. Wer dazu noch die Nullsteuer-Perspektive will und das nötige Budget hat, wählt St. Barts.
Für Ruheständler: Die Dominikanische Republik (Rentista-Programm, niedrige Kosten), Belize (QRP mit Steuer- und Zollbefreiung) und Grenada (gute medizinische Versorgung) sind die pragmatischsten Optionen. Wie du deinen Ruhestand im Ausland grundsätzlich strukturierst, behandeln wir ausführlich auf unserer Schwesterseite Ruhestand im Ausland.
Dein nächster Schritt Richtung Karibik
Eine Karibik-Auswanderung scheitert selten an der Inselwahl. Sie scheitert an dem, was viele überspringen: der sauberen Abwicklung im Heimatland und der richtigen Struktur im Zielland. Wegzugsbesteuerung, laufende Beteiligungen, Immobilien in der Heimat, Krankenversicherung, Firmenstruktur: Das alles gehört geklärt, bevor der Container gepackt wird.
Genau dabei unterstützen wir dich. Unser Team berät Mandanten aus dem deutschsprachigen Raum seit über zwei Jahrzehnten bei Wegzug, Wohnsitzverlagerung und internationaler Strukturierung, durchgängig auf Deutsch, von der ersten Analyse bis zur Umsetzung vor Ort. Wenn du wissen willst, welche der 19 Inseln (oder welches unserer zwölf Länder in Lateinamerika) zu deiner Situation passt, buche jetzt deine Potenzialanalyse.
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