Klassizistische Fassade eines lateinamerikanischen Finanzpalastes mit Säulen im Abendlicht
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Steuern8 min Lesezeit30. März 2026

Vermögensteuer in Lateinamerika: wo der Staat aufs Vermögen zugreift

Argentinien, Kolumbien, Uruguay. Wo Lateinamerika eine laufende Vermögensteuer erhebt, wo nicht, und warum die meisten Länder der Region das Vermögen in Ruhe lassen.

Während in Europa die Debatte über die Wiedereinführung der Vermögensteuer immer lauter wird, lohnt der Blick über den Atlantik. Wie hält es eigentlich Lateinamerika mit dem laufenden Zugriff auf das Vermögen selbst?

Die gute Nachricht zuerst

Die große Mehrheit der Länder Lateinamerikas kennt keine laufende Vermögensteuer. In Panama, Paraguay, Costa Rica, Mexiko, Peru und vielen anderen wird der bloße Besitz von Vermögen nicht jährlich besteuert. Das ist ein bemerkenswerter Kontrast zur europäischen Diskussion und einer der unterschätzten Vorzüge der Region.

Die Ausnahmen, die man kennen muss

Die bekannteste heißt Bienes Personales und steht in Argentinien. Es ist eine jährliche Steuer auf das Vermögen der Steuerresidenten, die im Grundsatz auch weltweites Vermögen erfassen kann. Im Zuge der jüngsten Reformen ist sie in Bewegung, ihre Ausgestaltung und Höhe sollte vor jeder Planung frisch geprüft werden.

Auch Kolumbien erhebt eine Vermögensteuer, das Impuesto al Patrimonio, auf Nettovermögen oberhalb einer Schwelle. Und Uruguay kennt mit dem Impuesto al Patrimonio ebenfalls eine Vermögensteuer, die allerdings im Kern auf in Uruguay belegenes Vermögen zielt, eine wichtige territoriale Einschränkung.

Was das für die Planung heißt

Wer Vermögen hält und es vor laufender Besteuerung schützen will, vermeidet die steuerliche Ansässigkeit dort, wo eine weltweite Vermögensteuer greift. Die territorialen 0-Prozent-Länder, allen voran Panama und Paraguay, sind hier doppelt attraktiv: Sie besteuern weder das Auslandseinkommen noch das Vermögen als solches.

Die Lehre

Lateinamerika ist, was die Vermögensteuer angeht, überwiegend ein Hort der Ruhe, mit drei prominenten Ausnahmen. Argentinien, Kolumbien und Uruguay greifen zu, der Großteil der Region nicht. Wer das weiß und seine Ansässigkeit klug wählt, kann sein Vermögen in einem der vielen vermögensteuerfreien Länder in Ruhe wissen.

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