Es gibt Werkzeuge des Vermögensschutzes, die laut beworben und selten verstanden werden. Die panamaische Privatstiftung gehört dazu. Um sie ranken sich Mythen, von der angeblichen Geheimwaffe bis zum vermeintlichen Versteck. Beides verfehlt ihren wahren Charakter. Richtig verstanden ist sie etwas viel Solideres: ein bewährter, eleganter Klassiker für Vermögensschutz und Nachfolgeplanung.
Was die Stiftung ist
Die Fundación de Interés Privado, die panamaische Privatstiftung, ist ein eigenständiges Rechtsgebilde, das einem Vorbild aus Liechtenstein nachempfunden ist. Ihr entscheidendes Merkmal: Sie hat keine Eigentümer und keine Anteilseigner. Sie gehört sich selbst.
Ein Gründer bringt Vermögen ein, ein Stiftungsrat verwaltet es, und Begünstigte profitieren davon, nach den Regeln, die der Gründer in einem Reglement festlegt. Das eingebrachte Vermögen ist damit rechtlich vom Privatvermögen des Gründers getrennt. Es gehört nicht mehr ihm persönlich, sondern der Stiftung. Genau diese Trennung ist der Kern ihrer Schutzwirkung.
Wofür sie gemacht ist
Die erste Aufgabe ist der Vermögensschutz. Weil das Vermögen rechtlich von der Person getrennt ist, kann es vor künftigen Risiken geschützt werden, vor Haftungsfällen, Klagen, unvorhergesehenen Ansprüchen. Wer rechtzeitig vorsorgt, baut eine saubere Mauer zwischen seinem unternehmerischen Risiko und seinem bewahrten Vermögen.
Die zweite ist die Nachfolgeplanung. Die Stiftung verteilt das Vermögen nach dem Willen des Gründers, geregelt im Reglement, oft ohne langwieriges Nachlassverfahren und unabhängig von starren Pflichtteilsregeln einzelner Länder.
Die ehrlichen Grenzen
Die Privatstiftung ist kein Versteck und kein Trick.
Sie schützt nicht vor bereits bestehenden Gläubigern, wer erst gründet, wenn die Klage schon droht, kommt zu spät. Sie befreit dich nicht von der Steuerpflicht in deinem Wohnsitzland, wenn du dort steuerlich ansässig bist. Und sie ist nicht unsichtbar: Konten der Stiftung unterliegen dem automatischen Informationsaustausch nach dem CRS.
Richtig eingesetzt ist sie etwas anderes: ein legales, transparentes Instrument vorausschauender Planung, das vor künftigen Risiken schützt und die Nachfolge ordnet.
Für wen sie sich lohnt
Die panamaische Privatstiftung ist gemacht für den, der Vermögen vorausschauend schützen und seine Nachfolge sauber regeln will, lange bevor ein Problem entsteht. Für den Unternehmer, der Risiko und Bewahrtes trennen möchte, und für die Familie, die über Generationen denkt.
Carpe Diem
