Wenn Lateinamerika eine Eliteklasse hätte, Chile säße in der ersten Reihe. Es ist das Land, das in fast jeder Rangliste vorne steht, beim Pro-Kopf-Einkommen, bei der Rechtssicherheit, bei der Infrastruktur. Chile ist Mitglied der OECD, gehört also zum exklusiven Klub der entwickelten Industrienationen, und das merkt man an allem, von den Straßen bis zu den Behörden.
Aber der eigentliche Schatz Chiles ist sein Pass, und um ihn ranken sich erstaunlich wenige Geschichten, obwohl er ein echtes Unikat ist.
Der goldene Schlüssel zu den USA
Chile ist das einzige Land in ganz Lateinamerika, dessen Bürger ohne klassisches Visum in die USA reisen dürfen. Über das Visa-Waiver-Programm genügt die simple ESTA-Registrierung, und der Chilene spaziert hinein, wo Argentinier, Brasilianer und alle anderen den Weg über ein reguläres Visum gehen müssen.
Dazu öffnet der chilenische Pass visafrei den Schengen-Raum und rangiert im Henley Passport Index als stärkster Pass der Region. Für jeden, der regelmäßig in die größte Volkswirtschaft der Welt muss, geschäftlich oder privat, ist dieser Pass schlicht in einer eigenen Liga.
Das Steuerregime für Neuankömmlinge
Wer neu ansässig wird, genießt eine Befreiung seines ausländischen Einkommens, zunächst für drei Jahre, einmal verlängerbar auf insgesamt sechs. Danach greift das reguläre, eher hybride chilenische System. Sechs Jahre sind kürzer als Uruguays elf, dafür ist die Eintrittshürde menschlicher und das Land in jeder anderen Hinsicht erstklassig ausgestattet.
Der Preis: echtes Verwurzeln
Chile ist kein Land für den präsenzfreien Schubladen-Wohnsitz. Es lebt vom echten Verwurzeln. Der starke Pass kommt nach fünf Jahren Einbürgerung, und der Weg dorthin verlangt, dass man wirklich dort lebt, in den Jahren der Steuerbefreiung Substanz aufbaut, ankommt. Dazu sind die Lebenshaltungskosten höher als bei den günstigeren Nachbarn.
Für wen Chile gemacht ist
Chile ist das Land für den, der den stärksten Pass der Region und den einzigartigen ESTA-Zugang zu den USA will, und bereit ist, dafür wirklich dort zu leben. Für den, der First-World-Infrastruktur und Rechtssicherheit über den letzten gesparten Euro stellt, und der die Jahre der Steuerbefreiung bewusst nutzt, um sich zu verwurzeln.
Es passt nicht für den, der billig und präsenzarm einen Backup parken will. Aber für den, der ein echtes neues Zuhause auf Weltniveau sucht, mit dem stärksten Schlüsselbund des Kontinents, ist Chile schwer zu schlagen.
Carpe Diem
