Der Obelisco von Buenos Aires auf der Avenida 9 de Julio im goldenen Abendlicht
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News9 min Lesezeit20. März 2026

Argentinien unter Milei: was sich für Auswanderer wirklich ändert

Kapitalkontrollen, Investitionsanreize, Einbürgerung, Vermögensteuer. Was sich im reformierenden Argentinien für Auswanderer und Investoren wirklich verändert, ehrlich eingeordnet.

Selten hat ein Land einen so abrupten wirtschaftspolitischen Kurswechsel vollzogen wie Argentinien in den letzten Jahren. Für Auswanderer und Investoren stellt sich damit eine sehr praktische Frage, jenseits aller politischen Bewertung: Was ändert sich konkret für mich?

Die große Öffnung: Kapital bewegt sich freier

Über Jahre war Argentinien für Auswanderer und Investoren vor allem eines: ein Käfig für Kapital. Strenge Kapitalverkehrskontrollen, das berüchtigte cepo, machten es schwer, Geld ein- und vor allem auszuführen.

Der wohl spürbarste Wandel ist die schrittweise Lockerung dieser Kontrollen. Geld bewegt sich freier, die Wechselkurse normalisieren sich, die Inflation, lange das definierende Übel des Landes, ist auf dem Rückzug. Für den Hartwährungshalter, der in Sachwerte investieren will, verbessert das die Lage erheblich.

Anreize für Investoren

Argentinien hat Instrumente geschaffen, um Kapital anzuziehen. Dazu gehört ein Anreizregime für große Investitionen, das RIGI, mit steuerlichen und regulatorischen Vorteilen. Und für den, der über die Staatsbürgerschaft nachdenkt, strukturiert das Decreto 524/2025 einen Investitionsweg zur Einbürgerung.

Die andere Seite: strengere Einbürgerung, Vermögensteuer

Das Decreto 366/2025 hat die klassische Einbürgerung verschärft und verlangt nun eine durchgehende Präsenz, längere Auslandsreisen können die Frist zurücksetzen. Und die Vermögensteuer Bienes Personales sowie die weltweite Einkommensbesteuerung bleiben Faktoren, die ein Steuerresident einplanen muss.

Chance und Risiko in einem Atemzug

Argentinien ist ein Land im Umbau, und Umbau heißt Chance und Risiko zugleich. Die Chance: günstige Sachwerte, sinkende Inflation, freierer Kapitalverkehr, ein investitionsfreundlicherer Ton. Das Risiko: Reformen sind nie garantiert, politische Mehrheiten können kippen.

Das Fazit

Unter dem neuen Kurs ist Argentinien für Auswanderer interessanter geworden: offener für Kapital, freundlicher zu Investoren, mit sinkender Inflation. Doch es bleibt ein Land im Übergang, in dem Chance und Risiko dicht beieinanderliegen. Wer mit offenen Augen, frischen Informationen und einer durchdachten Struktur kommt, findet hier eines der spannendsten Kapitel Lateinamerikas.

Carpe Diem