Weinberge in Mendoza im Abendlicht mit den schneebedeckten Anden im Hintergrund
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Staatsbürgerschaft8 min Lesezeit8. Juni 2026

Argentinien: der schnellste Weg zum zweiten Pass, mit einem Haken

Zwei Jahre, dann Einbürgerung vor dem Bundesrichter. Warum Argentiniens Pass per Investment glänzt, per Naturalisierung zäh ist, und welche Präsenzfalle 2026 lauert.

Wenn von schnellen Pässen die Rede ist, fällt früher oder später ein Name: Argentinien. Zwei Jahre Residenz, dann der Antrag, und am Ende ein Reisedokument, das dich visafrei in rund 170 Länder bringt, inklusive Schengen.

Argentinien ist ein großartiges Land, mit Sachwerten, Wein, Weite und einem europäischen Flair, das DACH-Auswanderer sofort anspricht. Aber zwischen der schönen Zahl zwei Jahre und dem Pass in der Hand liegt ein Haken, den die Hochglanzversionen gern verschweigen.

Der schnelle Weg ist echt

Argentinien kennt eine der kürzesten Fristen der Welt bis zur Einbürgerung: zwei Jahre legaler Aufenthalt, dann ein Antrag, der vor einem Bundesrichter entschieden wird.

Dazu kommt seit dem Decreto 524/2025 ein zusätzlicher Weg über Investitionen, der die Einbürgerung für Investoren strukturiert und beschleunigt.

Der Haken hat einen Namen: Decreto 366/2025

Mit dem Decreto 366/2025 hat Argentinien die klassische Einbürgerung verschärft: Verlangt wird nun eine durchgehende, ununterbrochene Präsenz. Längere Auslandsreisen können die Frist unterbrechen oder zurücksetzen. Aus zwei Jahre auf dem Papier wird so zwei Jahre wirklich dort.

Wo der Haken zur Falle wird: die Steuer

Argentinien besteuert das weltweite Einkommen seiner Steuerresidenten. Wer durchgehend im Land lebt, um die strenge Präsenzanforderung für die Einbürgerung zu erfüllen, wird damit zwangsläufig auch steuerlich ansässig.

Das ist die eigentliche Zwickmühle. Die Präsenz, die du für den Pass brauchst, ist genau die Präsenz, die dich steuerpflichtig macht.

Argentinien als Plan A, nicht als Pass-Automat

Argentinien ist kein Land, in dem man unbeteiligt einen Pass abholt. Es ist ein Land, in dem man ankommen muss, um den Pass zu verdienen.

Argentinien lohnt das Ankommen. Die Lebenshaltung kann günstig sein, der Peso macht Sachwerte attraktiv, ein Weingut in Mendoza oder Agrarland fernab der Krisenherde ist ein echter Anker.

Die ehrliche Einordnung: Argentinien ist ein großartiges Plan-A-Land mit einem der schnellsten Pässe der Welt, sofern man bereit ist, wirklich dort zu sein, und die Steuerfrage von Anfang an mitdenkt.

Carpe Diem